 |
Wasser ist
die unverzichtbare Lebensgrundlage für Mensch und Natur und zwar in
vielerlei Hinsicht* |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Tafelwasser
Tafelwasser wird
aus Trinkwasser,
Quellwasser oder natürlichem
Mineralwasser
hergestellt und muss bei der Abfüllung den Anforderungen der
Trinkwasserverordnung entsprechen. Es
wird unter Verwendung von Zutaten (Salze,
Kohlensäure) hergestellt,
wobei der Gehalt an gelösten festen Stoffen 2 Gramm pro Liter nicht
überschreiten darf. Das zur Herstellung verwendete
Wasser darf nicht in Transportbehältnissen
befördert werden. Ausnahmen gemäß Trinkwasserverordnung sind für
Trinkwasser zur Herstellung von Tafelwasser nicht anzuwenden. Außer
dem Hinweis auf das zugesetzte Kohlendioxid und der Angabe des
Gesamtgehalts an gelösten Stoffen sind keine Angaben erlaubt.
Tafelwasser darf nur in Behältnissen transportiert werden, die an
den Letztverbraucher abgegeben werden. Die Sachbezeichnung lautet
„Tafelwasser". „Sodawasser" darf anstelle von „Tafelwasser" als
Sachbezeichnung verwendet werden, wenn es einen Mindestgehalt von 4
mg Kohlendioxid pro Liter Wasser enthält. |
|
|
|
|
| |
 |
|
Talsperren
Das
Wasser in
Bächen und Flüssen weist sehr unterschiedliche
Qualität auf. In
den Oberläufen ist die Qualität meist noch besser, doch im
allgemeinen ist Flusswasser durch Abwässer der Siedlungen und
Industrie sehr stark verunreinigt. Flusswasser wird daher nur
dann zur Trinkwassergewinnung entnommen, wenn
Quell- und
Grundwasser nicht oder nicht in ausreichender Menge zu Verfügung
stehen. Flusswasser muss meist sehr umfangreich und sorgfältig
aufbereitet werden. Talsperren zur Trinkwassergewinnung aus
Bächen und Flüssen haben den Vorteil, dass sie große Mengen
Wasser aufnehmen können und so einen bedeutenden Wasservorrat
speichern.
|
|
|
|
| |
Die Wassertemperatur
hängt von der Tiefenlage des
Wassers, dessen Fließgeschwindigkeit in
den unterirdischen Hohlräumen, der Seehöhe des Einzugsgebietes, dem
Klima und von chemischen Reaktionen bei Lösungsvorgängen ab. Weiters
können Schmelzwässer von
Gletschern und Firnfeldern auf die
Wassertemperatur von
Quellen im Gebirge bestimmend wirken. Die
Temperaturschwankungen des Wassers innerhalb eines Jahres sollen auf
jeden Fall < 2 °C sein. In Österreich herrschen drei
Temperaturbereiche vor: Die Obere Temperaturzone, die von der
Lufttemperatur mit den täglichen Schwankungen abhängt, und die der
Tiefe nach mit einer gedämpften Verzögerung eintrifft. Die
Zwischenzone, bei der die Wassertemperatur der mittleren
Jahrestemperatur entspricht und wo fast keine Schwankungen
auftreten. Die Untere Temperaturzone, bei der die Wassertemperatur
vom geothermischen Tiefengradienten bestimmt wird (ca. 3 °C
Temperaturzunahme pro 100 m Tiefe). Die Temperaturschwankungen bei
Quellen können, soferne nicht auf eine geringe Überdeckung
zurückzuführen sind, auf Eindringen von
Oberflächenwässern oder auf
Einleitungen von Kühlwässern zurückzuführen sein. Als normale
Quelltemperatur kann die mittlere Jahrestemperatur der jeweiligen
Ortslage des Wasserauftrittes herangezogen werden. |
|
|
|
|
|
|
|
| |
Thermoplaste
Die in der
Wasserwerkstechnik verwendeten Kunststoffe PVC-hart
(Polyvinylchlorid), PE (Polyethylen), PE-X (vernetztes
Polyethylen), PP (Polypropylen) und PB (Polybuten) sind
so genannte
Thermoplaste,
d.h. sie sind bei Erwärmen verformbar. Dies ist zu bedenken,
wenn Rohre aus diesen Kunststoffen materialgerecht verlegt
werden sollen. Wirken auf Kunststoffrohre längere Zeit Kräfte
ein, wie z.B. Innendruck, Scheiteldruck, Druckstöße, Punktlasten,
geben sie allmählich nach. Man nennt dies „Kriechen“ oder
„Kaltfließen“. Das kann auch rein örtlich erfolgen, etwa durch
einen Stein auf dem Rohr. Ein Kunststoffrohr unter Druck
gesetzt, hält im Laufe der Zeit immer weniger aus und die
Festigkeit nimmt mit der Zeit ab. Die Wanddicken von Rohren sind
deshalb so gewählt, dass sie - ordnungsgemäß verlegt - den
Nenndruck bei normalen Bedingungen 50 Jahre und noch länger
aushalten. Die Kunststoffe werden durch Polymerisation aus
Grundchemikalien hergestellt und aus Gründen der Verarbeitung
werden noch verschiedene Stoffe beigemischt (z.B. Stabilisatoren).
Daher dürfen in der Wasserversorgung nur solche Rohre verwendet
werden, die nachweislich keine gesundheitsschädlichen Stoffe an
das Trinkwasser
abgeben. |
|
|
|
| |
Transportleitungen dienen zur Beförderung des
Wassers von den
Gewinnungsanlagen zu den
Behältern oder zu den Versorgungsnetzen
oder zwischen Versorgungsnetzen. An diesen Leitungen sollen keine
Anschlussleitungen angeschlossen sein. Die Fließgeschwindigkeit
sollte 1,2 m/s nicht überschreiten.
|
|
|
|
| |
Trinkwasser
An das Trinkwasser
werden weltweit in den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation
(WHO), in der EU nach den Richtlinien der EU und in der nationalen
Gesetzgebung - in Österreich die
Trinkwasserverordnung, und das
Lebensmittelgesetz - bestimmte
Anforderungen gestellt, die vom Wasserversorgungsunternehmen
einzuhalten sind. Eine einwandfreie Wassergüte ist in Österreich nur
dann gewährleistet, wenn Überprüfungen des Trinkwassers nach den
Erfordernissen des Lebensmittelgesetzes durchgeführt werden. Diese
bestehen aus dem Lokalaugenschein und der
Wasseruntersuchung. Die
Anforderungen an die Güte des Trinkwassers sind im Codexkapitel B1
„Trinkwasser“ des
österreichischen Lebensmittelbuchs, in Form von Richtzahlen (RZ)
und Zulässigen Höchstkonzentrationen (ZHK) sowie
in der Trinkwasserverordnung (TWV) in Form der
Parameter und „Parameterwerte“ . „Indikatorparameter“ (Parameter
mit Indikatorfunktion) für die einzelnen Inhaltsstoffe festgelegt (Siehe
auch Wasserqualität). Grundsätzlich soll Trinkwasser frei von
tierischen und pflanzlichen Organismen sein. Wegen der
Verunreinigungsgefahren muss aber die Beschaffenheit des
Trinkwassers ständig im Auge behalten werden. |
|
 |
|
|
|
| |
Trinkwasserbehälter
sind geschlossene Speicheranlagen für
Trinkwasser, die
Wasserkammern, Bedienungsraum und Betriebseinrichtungen umfassen
sowie Zugangsmöglichkeiten zu diesen Betriebseinrichtungen bieten.
Ein Trinkwasserbehälter sorgt für
Druckstabilität
und gleicht Verbrauchsschwankungen aus. Man unterscheidet zwischen
dem Hochbehälter - Wasserbehälter, dessen Kammern ungefähr
niveaugleich
|
|
|
|
| |
mit der
Topographie sind und dessen geodätische Höhe ausreicht, um in dem
zugeordneten Versorgungsgebiet ausreichende Druckverhältnisse zu
sichern – und dem Tiefbehälter - Wasserbehälter, dessen Kammern ungefähr
niveaugleich mit der Topographie sind und dessen geodätische Höhe
jedoch nicht ausreicht, um in dem zugeordneten Versorgungsgebiet
ausreichende Druckverhältnisse zu sichern; hier müssen
Pumpstationen
zwischengeschaltet werden. Siehe auch
Behälter.
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Wegen der
Verunreinigungsgefahren muss die Beschaffenheit des
Trinkwassers
ständig im Auge behalten werden. Eine einwandfreie Wassergüte ist
nur dann gewährleistet, wenn Überprüfungen des Trinkwassers nach den
Erfordernissen des Österreichischen
Lebensmittelgesetzes
(Lebensmittelgesetz 1975 im Codexkapitel B1 „Trinkwasser“,
Verordnung über die
Qualität von
Wasser für den menschlichen
Gebrauch BGBl II Nr. 304/2001) durchgeführt werden. Diese bestehen
aus dem Lokalaugenschein und der
|
|
|
|
| |
Wasseruntersuchung. Die
Anforderungen an die Güte des Trinkwassers sind im Codexkapitel B1
„Trinkwasser“, in Form von Richtzahlen (RZ) und Zulässigen
Höchstkonzentrationen (ZHK) sowie in der
Trinkwasserverordnung (TWV) in Form der
Parameter und „Parameterwerte“ bzw. der
„Indikatorparameter“ (Parameter mit
Indikatorfunktion) für die einzelnen Inhaltsstoffe festgelegt.
Die
Probenntnahmen dürfen nur von berechtigten
Personen der untersuchenden Stelle vorgenommen werden.
Beim WVSB
gehen
die Wasserkontrolle bzw. Wasseruntersuchungen
weit über die behördlichen Auflagen hinaus.
(mehr) |
|
|
|
| |
Trinkwasserkraftwerk
Mit
dem Klimawandel gewinnen regenerative Energien weltweit an
Bedeutung. Sie ermöglichen eine effiziente Ressourcennutzung unter
Einbeziehung topografischer Besonderheiten. Lagen mit extremen
Höhenunterschieden und der daraus resultierende Wasserdruck ergeben
in der Trinkwasserversorgung die Notwendigkeit einer Druckanpassung.
Wasserwerke müssen Druckvernichtungsventile einbauen. Die
Gravitationsenergie des
Wassers wird
mechanisch vernichtet, damit der Druck für die Wasserleitungen
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
| |
genau richtig und immer konstant bleibt. Anstelle von
Druckvernichtungsventilen oder Druckminderern wandelt bei einem
Trinkwasserkraftwerk eine Turbine den hohen Wasserdruck in
Antriebsenergie für einen Drehstromgenerator um. Wasserdruck wird
dann in Ökostrom umgewandelt - ohne Abstriche an Zuverlässigkeit und
Sicherheit bei der Trinkwasserversorgung. Der Vorteil liegt auf der
Hand. In der
Wasserversorgung stellen die Energiekosten einen wesentlichen
Betriebskostenfaktor dar. Einerseits kann der Eigenverbrauch für die
sonstigen technischen Geräte (Pumpen,
UV-Anlage) mit Eigenstrom kostengünstig
abgedeckt werden, anderseits wird die überschüssige Strommenge in
das örtliche Stromverteilernetz eingespeist. Selbstverständlich
bleiben bei einem Trinkwasserkraftwerk die hygienischen Ansprüche an
das Trinkwasser aufrecht. Materialien,
die in Kontakt mit Trinkwasser stehen, dürfen die
Qualität des
Trinkwassers nicht negativ beeinflussen. Um das in Österreich sicher
zu stellen, haben die Produkte, welche in der Wasserversorgung
eingesetzt werden, verwendeten Werkstoffe bzw. deren Zusammensetzung
einerseits gesetzlichen Anforderungen (LMSVG)
und andererseits entsprechenden prüftechnischen Kriterien zu
genügen. Aus diesem Grund dürfen die eingesetzten Maschinen auch
nicht mittels Fett oder Öl geschmiert werden. Darüber hinaus, da die
Rohrleitungen höheren Drücken standhalten
müssen, dürfen für ein Trinkwasserkraftwerk in Österreich
grundsätzlich nur Rohre mit
Zulassung verwendet
werden. |
|
|
|
| |
Zum Unterschied vom
Codex, der nur den Charakter einer Dienstanweisung für staatliche
Untersuchungsanstalten hat, ist diese Verordnung ein Bundesgesetz.
In dieser Verordnung werden die Anforderungen an die
Qualität
von
Wasser für den menschlichen Gebrauch geregelt. Als besonders wichtig
darf hervorgehoben werden die Anforderungen, Eigenkontrolle, die
Information und die Überwachung. |
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
Trübungen
Trübungen des
Wassers, die durch feine Tone, Sande, Eisen-
und/oder Manganverbindungen sowie
Huminstoffe hervorgerufen werden, sind gesundheitlich zwar
belanglos, aber unerwünscht. Eine weitere Form der Trübung kommt
durch Übersättigung des Wassers mit Luft zustande: Das mit Luft
übersättigte Wasser läuft bei Entspannung am Zapfhahn-Auslauf
milchig trübe ab. Im offenen Gefäß verschwindet diese Trübung
(feinste Luftbläschen) aber sehr rasch. |
|
|
|
| |
Typhus
Der Name Typhus (eng.
typhoid fever) leitet sich vom griechischen Wort "thyphos" (Dunst,
Nebel, Schwindel) ab. Typhus ist eine Infektionskrankheit durch
Bakterien - Erreger ist das Typhusbakterium Salmonella typhi -
verursacht. In Österreich ist Typhus eine melde- und
isolierungspflichtige Erkrankung. Sowohl ein Verdacht als auch
Erkrankung sind meldepflichtig. Die Erkrankung, kommt weltweit vor,
vor allem aber in Entwicklungsländer. Die wenigen, im europäischen
Raum vorkommenden Fälle hängen mit Fernreisen in Länder mit geringem
hygienischen Standard zusammen. Die Ansteckung erfolgt meist über
verseuchtes Trinkwasser und kontaminierte
Nahrungsmittel. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Heute ist in
Österreich die Seuchengeschichte des Mittelalters, ja sogar noch des
vorletzten Jahrhunderts, wo Typhus in Stadt und Land ständig Unheil
brachten, vergessen. Erst eine geregelte Trinkwasserversorgung in
Verbindung mit einwandfreier Abwasserbeseitigung bannte diese
Seuchen. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|